Öffentl. Programm
 

Öffentl. Samstagsführung

Feuer, Schutt und Asche

Kleine Basler Brandgeschichte. Die Stadtführung.
mit Vincent Oberer
Samstag, 27. Mai 2017, 10:30 Uhr

 

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Feuer, Schutt und Asche

Kleine Basler Brandgeschichte. Die Stadtführung.

Samstag, 27. Mai 2017, 10:30 Uhr mit Vincent Oberer
Preis/Person: CHF 20.00
Verfügbarkeit: Verfügbar

Rückt heute die Feuerwehr wegen einem Brand aus, dann ist ein Löschzug vollgestopft mit Spitzentechnologie und hervorragend ausgebildeten und ausgerüsteten Feuerwehrmännern (und -frauen!) zum Einsatzort unterwegs. Beeindruckend, ist es doch noch keine hundert Jahre her, als die Basler Feuerwehr noch mit dem 3er-Mannschaftsvelo zur Feuersbrunst pedalte. Heute ist man mit ultramodernen Tanklöschfahrzeugen und riesigen Hubrettungsfahrzeugen unterwegs. Und man ist bestens organisiert. Im 19. Jahrhundert prügelten sich unsere Feuerwehrmänner im wahrsten Sinne des Wortes an den Basler Brandplätzen noch um den Löscheinsatz. Blickt man noch etwas weiter zurück, dann waren es die Basler Zünfte, die mit der Löscharbeit betraut waren und mit Ledereimern bewaffnet vom Zunfthaus zur Brandstelle eilten. Eigentlich könnte diese Führung anstatt mit «Kleine Basler Brandgeschichte» auch mit «Vom Löscheimer zur Hightech-Feuerwehr» beuntertitelt sein. Dies wäre aber keineswegs präzis genug, denn auf dieser Führung wird nicht nur von der Geschichte und Entwicklung der Feuerwehr berichtet, sondern vielmehr noch von den vielen, vielen Bränden selbst, brannte es in der Geschichte Basels zusammengezählt doch während weit mehr als 6 Jahren ununterbrochen …!

 

Um es also vorwegzunehmen, Basels Brandgeschichte ist nicht klein – im Gegenteil! Klein ist vielmehr die Auswahl der auf dieser Führung besprochenen Brände, die in der Stadt im Laufe ihrer katastrophenreichen Geschichte tobten. In Basel roch und riecht es schon immer etwas «bränzelig», was nicht andeuten soll, dass jetzt alle Baslerinnen und Basler unter Arsonphobie leiden würden, aber die Angst vor dem Feuer war in Basel immer schon ausgeprägt – und so reicht auch die Geschichte der Basler Feuerwehr bis ins Jahr 1411 zurück. Auch viele bereits aus dem Basler Mittelalter stammenden Erlasse zeugen von der steten Bedrohung durch das Feuer: So mussten nach dem Abendläuten (dem sogenannten «Couvre-feu») sämtliche gewerblichen und Hausbrand-Feuer gelöscht werden. Später verordnete der Rat, dass jeder Bürger in seinem Hause zwei Eimer von bestimmter Grösse bereitzustellen habe und, sofern er es vermochte, auch noch einen kurzen eisernen Feuerhaken, mit dem Schindeln und Latten von den Dächern heruntergerissen werden konnten. Auch sollte jeder Bürger eines nur mit Schindeln bedeckten Hauses auf seinem Estrich ein oder zwei ständig mit Wasser gefüllte Wannen oder Fässer haben, wobei das Wasser von Zeit zu Zeit durch frisches ersetzt werden musste. Das galt, bis die Schindeln verboten wurden. Und das alles nicht ohne Grund …:

 

Schon 1258 brannte Grossbasel «wol auff den halben theil» nieder und 1294 fielen nochmals gegen 600 (!) Häuser «mit grossem gut» einer Feuersbrunst zum Opfer, wobei 40 Menschen den Tod in den Flammen gefunden haben sollen. Im darauffolgenden Jahrhundert, nämlich 1327 und 1354, traf Kleinbasel das gleiche Schicksal: 1354 sollen wiederum 30 Menschen umgekommen sein. Schrecklich wütete das Feuer auch beim grossen Erdbeben. Im Jahre 1377 vernichtete dann ein Grossfeuer die Häuser um den Kornmarkt, und schon zwei Tage später brannten die Wohnstätten am Spalenberg nieder. Zur Erinnerung an dieses Unglück befahl der Rat, dass die Glocke zu St. Leonhard im Winter täglich abends um acht Uhr, im Sommer um neun Uhr geläutet werde, damit die Bürger an das Löschen des Feuers in ihren Häusern gemahnt würden. So was nennt man heute Brandprävention. 

 

Unsere «Kleine Basler Brandgeschichte» schaut über 1000 Jahre zurück und führt uns dann bis fast in die Gegenwart, in jedem Fall bis weit ins 20. Jahrhundert. Sie hören von folgenschweren Unachtsamkeiten, von Blitzschlägen und Basler Pyromanen, aber auch von katastrophalen Bränden, deren Ursachen bis zum heutigen Tag im Dunkeln liegen und besuchen dabei jene Orte und Plätze, wo einst der rote Hahn zu Basel sein Unwesen trieb.

 

 

Zeit: 10:30 bis ca. 12:00 Uhr

 

Sprache: Deutsch

 

Treffpunkt: Tinguelybrunnen · Theaterplatz Basel
  

Lageplan: ► Treffpunkt (direkter Link)

 
Endpunkt: Lyss / Spalenvorstadt

 

Teilnahmegebühr (bei allen samstäglichen Stadtführungen zahlbar vor Ort): CHF 20.00 pro Person (Kinder vom 10. bis zum 16. Geburtstag: CHF 10.00)

 

Die Platzzahl ist begrenzt. Eine vorgängige Anmeldung (Reservation) bis Freitag 17:00 Uhr vor Durchführung ist in jedem Fall zu empfehlen! Es sind auch Tickets vor Ort erhältlich, jedoch mit Vorbehalt auf die Platzverfügbarkeit. Personen mit Reservation haben Vorrang. Für alle nicht angemeldeten Personen gilt: «First come, first served», oder wie man in Basel zu sagen pflegt: «Plätz het’s, solang’s het»!

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